EMA aktuell
EMA-Gespräch: "Arabische Diplomatie"
Termin: 17. Mai 2010
Uhrzeit: 18.00 - 20.00 Uhr
Ort: Goethe-Institut Hamburg
Zusammen mit unserem neuen Kooperationspartner, dem Goethe-Institut Hamburg, laden wir Sie herzlich zu unserem EMA-Gespräch: "Arabische Diplomatie" am 17. Mai ab 18.00 Uhr in den Räumen des Goethe-Instituts Hamburg, Hühnerposten 1, ein.
Für dieses Gespräch haben wir als Referenten den ehemaligen UN-Koordinator und internationalen Berater Taoufik M. Ben Amara und den an der Universität Erfurt tätigen Islamwissenschaftler Aladdin Sarhan eingeladen.
Taoufik M. Ben Amara wird zu dem Thema "Die Herausforderungen der arabischen Diplomatie im Zeichen der Globalisierung" einen Vortrag halten. Die Arabische Liga wurde am 22. März 1945 in Kairo gegründet, 10 Jahre vor der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Hauptziele des Verbundes waren und sind die Förderung der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Beziehungen zwischen den Mitgliedsländern. Gleich nach Ihrer Gründung haben die wenigen damals schon freien arabischen Staaten ihre Diplomatie danach ausgerichtet, die Unabhängigkeit der übrigen Länder der Region zu fördern. Die spätere ideologische Spaltung in Ost und West hat sich auf die arabische Welt ausgewirkt. Die verschiedenen Krisen und Konflikte im arabischen Raum haben den Zwist zwischen den arabischen Machthabern vertieft. Sind die Missverständnisse nur politisch? Hat der Konflikt mit Israel die Spaltung der arabischen Welt verstärkt und eine gemeinsame diplomatische Strategie verhindert? Kann die arabische Welt Tradition und Moderne miteinander vereinbaren?
Im Fokus des Vortrags "Der arabischsprachige Raum und Europa - zwischen Identifikation und Konflikt" von Aladdin Sarhan werden am Beispiel Ägypten die Ambivalenzen in den arabisch-europäischen Beziehungen stehen. Den arabischsprachigen Raum und Europa verbindet und trennt Vieles. Die Geschichte beider Weltregionen und Nachbarn ist durch Kulturtransfer und gegenseitige Bereicherung, aber auch durch zahlreiche Konflikte und Traumata geprägt. Bereits 1798 als Napoleon Bonaparte mit französischen Truppen in Alexandria landete, waren ägyptische zeitgenössische Gelehrte wie etwa der Historiker Abd ar-Rahman al-Jabarti (gest. 1822) unschlüssig, wie sie die Invasoren aus dem Norden einschätzen sollten. Die Ambivalenz zwischen Bewunderung und Verachtung, die al-Jabarti gegenüber den Europäern zu Tage legte, dürfte auch heute noch das Verhältnis der Menschen im arabischsprachigen Raum zu Europa stark charakterisiern. In seinem Vortrag versucht der deutsch-ägyptische Islamwissenschaftler Aladdin Sarhan, am Beispiel Ägypten ein Bild vom Verhältnis des arabischsprachigen Raums zu Europa nachzuzeichnen.
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